Die Welt der Modelleisenbahn von Liliput

Modelleisenbahn von Liliput

Heute ist Liliput eine Marke der Bachmann Europe Plc. Sie ist hervorgegangen aus der Firma Liliput, die im Jahr 1947 von dem Österreicher Walter Bücherl gegründet wurde. Zunächst stellte das Unternehmen die kleinen Bahnen aus Blech her und brachte ab 1950 Eisenbahnmodelle aus Kunststoff auf den Markt. Liliput fertigte detailreiche Modellbahnen, deren große Vorbilder vor allem auf deutschen und österreichischen Schienen fuhren.

Allerdings blieb die technische Qualität der Bahnen, insbesondere die Lokantriebe, hinter den optischen Vorzügen oft zurück. Obwohl die Marke sich auf dem Modellbahnmarkt fest etablierte, geriet die Firma in finanzielle Schieflage. Nach wirtschaftlich schweren Jahren musste der Hersteller dann 1992 Konkurs anmelden. Bachmann Europe Plc., ein britischer Modellbahnhersteller, kaufte die Markenrechte samt Gussformen für die Modelleisenbahn. Dieser Hersteller gehörte damals bereits dem 1948 gegründeten Unternehmen Kader aus China. Kader stellte ursprünglich Haushalts- und Spielwaren her und hat sich zu einem der größten Modelleisenbahnanlagen Hersteller der Welt entwickelt.

Traditionell rollen unter der Marke Liliput Modelleisenbahnen in der Normalspur H0 und der Schmalspur H0e. Seit einigen Jahren fahren auf den Modellbahnanlagen in der Spur N aber auch Liliputbahnen im Maßstab von 1zu160. Den Anfang der Reihe machte der Triebwagen Flirt, weitere Loks und Wagen folgten. Neue Modelle dieser Größe wecken auch 2014 die Begierde der Modelleisenbahner, die eine Anlage in der Spur N betreiben.

Neue Lokomotiven für Spur N

Unter den Neuerscheinungen im Jahr 2014 finden sich  zwei neu konstruierte Güterzuglokomotiven mit Schlepptender, erhältlich mit Zweilicht- oder Dreilicht-Spitzensignal. Beide Modelle verfügen über einen Glockenankermotor mit Schwungmasse, der Antrieb befindet sich in der Lok, die per Kurzkupplung mit dem Tender verbunden ist. Nachempfunden sind die beiden Modellbahnloks der preußischen G8.1, einer laufachslosen Heißdampf-Lokomotive.

Weitere Neuheiten unter den Lokomotiven für Modelleisenbahnanlagen in der Spur N sind zwei E-Loks der Baureihe E 44.5, wobei die Museumslok E 44 502 der echten Denkmal-Lok am Bahnhof Freilassing entspricht. Ein dreipoliger Motor, schräggenutet mit Schwungmasse, treibt die beiden Elektrolokomotiven an. Für den störungsarmen Lauf der Elektroloks wird ein Mindestradius von 192 mm empfohlen.

Waggonneuheiten für die Zugbildung

Richtig Freude machen Lokomotiven, wenn sie einen langen Zug ziehen. Der Wagenpark für Modellbahnanlagen der Spurweite N hat 2014 ebenfalls einige Neuzugänge zu verzeichnen. Dies gilt für den Bereich Güterwagen und für die Personenwaggons. So stehen für die Zugbildung drei neu entwickelte Schnellzugwagen bayerischer Bauart sowie ein Packwagen in den Regalen der Modellbahnhändler. Dabei ist ein Waggon für Modellbahn-Passagiere der 1. Klasse gedacht. In allen Neuwagen der Personenzüge lassen sich Innenbeleuchtungen einbauen, Liliput bietet als Zubehör 100mm Beleuchtungen in Gelb und Weiß an.

Wer für seine Modelleisenbahnanlagen einen Güterzug bilden möchte, findet unter den 2014er Modellen attraktive Güterwaggons. Jeweils aus drei Waggons bestehen die Sets Schotterwagen, die im beladenen Zustand oder leer zu haben sind. Für nostalgische Züge steht ein Kühlwagen der Schweizer Bahnen der Epoche II bereit, die Bremserbühne dieses „Societe Chimique“ ist, wie bei dem Original, überdacht. Perfekt dazu passt der Kesselwagen „Shell“ der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft aus der selben Bahnepoche.

Vertreter der Epoche III für die Modelleisenbahn sind der Kesselwagen L265483, mit 188 hl-Kessel und Bremserhaus und ein Weinwaggon mit der Aufschrift „Dujardin“. Im Maßstab 1zu160 gibt es aus diesem Zeitraum außerdem einen Kühlwaggon zu kaufen.

Nachbildungen der Bahnepoche V zeigen jeweils einen Muldenkipper, und zwar einen blau lackierten Waggon der Wiener Lokalbahnen AG und einen gelben italienischen Muldenkippwaggon. Zu den Neukonstruktionen Jahrgang 2014 von Liliput zählt zudem ein Modell der Epoche VI. Dabei handelt es sich um einen Muldenkippwagen der österreichischen RTS/Swietelsky, beziehungsweise um seine Nachbildung im Maßstab 1:160.

Spur N – vielfältig und beliebt

In den Wechselstrom-Fahrzeugen von Liliput sind Decoder eingebaut, Gleichstrommodelle lassen sich leicht nachrüsten. Diverse Ersatzteile, Ergänzungen oder Aufkleber für den Fuhrpark Maßstab 1zu160 sind als Zubehör erhältlich. Im Allgemeinen sind die Modelle auch mit Fahrzeugen anderer Modellbahnhersteller kombinierbar. Unter den zahlreichen Lokomotiven und Waggons sind passende Modelle für nostalgische Modelleisenbahnanlagen. Betreiber von Anlagen mit modernen Streckennachbildungen finden ebenfalls eine große Auswahl im Fuhrpark der Spur N.

Mit den Neukonstruktionen des Jahres 2014 und dem bereits vorhandenen Fuhrpark bietet die Marke Liliput ein ansehnliches Sortiment für die Modelleisenbahnanlagen der Spur N an. Damit bedient der Hersteller auch die Interesse der Bastler und Modellbahnfans dieser Spurweite immer besser. Leser verschiedener Modelleisenbahn-Medien haben dies bei Wettbewerben honoriert und E-Loks der 44.5, den Staubgut-Silowagen und den Altbau-Kühlwagen auf vordere Plätze gewählt. Das Engagement des namhaften Herstellers im Bereich der Spur N lohnt sich also für beide Seiten.

Viele Grüße
Detlef Brinkmann

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